Produktkritik vom 12. März 2010

12.03.2010

Produktkritikerin: Anke Scholz

Gut

Seite 1: Aufmacher zu Bürgerbeschwerden („Ärger mit Behörden: Zahl der Bürgerbeschwerden steigt dramatisch“, S. 1) mit Kommentar und Themen des Tages Seite 3:
-  Gut, dass die Aufgaben des Bürgerbeauftragten beleuchtet werden
- Gute Grafik auf Seite 1: auffällige Häufung der Beschwerden im Kreis Bernkastel-Wittlich: Sollte Anlass geben, den Ursachen dort mal in einer gesonderten Geschichte auf den Grund zu gehen

Kommentar zum Bologna-Jubiläum von Dieter Lintz auf Seite 2:
Guter Ansatz, den positiven Grundgedanken des Bologna-Prozesses die fehlgeschlagene Umsetzung in Deutschland entgegenzusetzen („Zwischenbilanz auf dem Weg zum EU-Studium“, S. 2)

Aufmacher Seite 4 zu Westerwelles Mitnahmepraxis („Westerwelles Familienbande kommen ins Gerede“)
Seitengestaltung: Tolles Hochformat und Motiv
Nettes Detail im Text: Westerwelles Bruder hat in Trier studiert
Klarer Kommentar

Rubrik „Glückwunsch“, auf S. 23:
Gut, dass wir die Geburtstage in einer kurzen Form abhandeln. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass alle Leser den vorgestellten Künstler kennen

Trierer Aufmacher zur Fahrradfahrer-Diskussion:
Gut, dass wir schon eine Grafik haben, die im Text erklärt wird

Prüm: Schöne Seitengestaltung in Prüm mit den zwei gesichtshälften der Stichwahl-Kandidaten („Helfer und Gegner hüben wie drüben“, Seite 7). Text stellt die beiden Kandidaten und ihre Unterstützer noch einmal klar gegenüber

Mosel: Gute Nachdrehe zum Abi-Streich-Eklat am Gymnasium Traben-Trarbach (Seite 7)
Toll, dass durch die Online-Umfrage auf volksfreund.de ein gutes Stimmungsbild für die Print-Ausgabe entsteht

Insgesamt viele Kommentare im Lokalen:
Beispielhaft der Kommentar von Ilse Rosenschild, der zwar kurz, aber sehr deutlich ist („K110: Schlaglochpiste sorgt für Unmut“, S. 7)
-> Isabell Funk: Auch Axel Munsteiner ist für seinen Kommentar zu loben

Tolle Überschrift: „Viel Klärungs-Bedarf“ zum TL-Aufmacher über Pflanzenkläranlage (TL, S. 7)

Geht noch besser

Aufsetzer auf der Pol1 („Jeder mit mehr als 20600 Euro dabei“). Hier fehlt der Vergleich mit anderen Ländern, um das deutsche Ergebnis besser einordnen zu können

Echtes Mehrwert-Thema auf Seite 6 („Schulbücher leihen statt kaufen“): Gut erklärt. Allerdings: „bisher gängiges Gutscheinsystem“, das zum Teil noch weiterhin Bestand hat, wird nicht erklärt
In der Infobox wird nicht erklärt, ob es sich bei dem angegebenen Einkommen um Brutto- oder Nettoangaben handelt

Schlechte Platzierung: „Exklusiv für Abonnenten: Der TV bewegt“ (S. 17): Geht im Gesamteindruck der Seite leider unter. Unpraktisch, dass Coupon auf der Folgeseite (Seite 18) steht, die Leser müssen blättern und müssen redaktionellen Text zerschneiden

Kultur-Aufmacher („Ein mörderisch beliebter Schauplatz“, Seite 13)
Sehr gut geschrieben von Fritz-Peter Linden. Aber: Anlass des Artikels bleibt unklar, weil der Film erst im Mai läuft und schon im Herbst gedreht wurde. Bildunterzeile erklärt nicht, welcher Schauspieler auf dem Bild zu sehen ist

Klasse-Seite 29: Bildunterzeile liefert nicht den Vornamen der Personen. Beim Artikel „Keine Knöpfe drücken“ fehlt leider der Hinweis auf den Kinder-Autoren

„Damit`s in Zukunft weniger kracht“, Seite 8 (Trier) zur Besichtigungs-Tour der Unfallkommission: Guter Text, aber zur Orientierung wäre eine Karte sinnvoll gewesen

Seite zur Wohnungssuche einer Familie und einer alleinerziehenden Mutter (Trier, S. 12)
Sehr gute Texte und ein tolles Konzept, aber die Seite wirkt gestalterisch eher wie eine Werbeseite
Bildunterzeile: „an diesem Samstag“ stiftet Verwirrung

Nicht gut

Fragen und Antworten zum Thema Sparpläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler „Experten glauben nicht an billigere Medikamente“, Seite 4): Leider wird nicht erklärt, wer sich hinter den Experten, die hier Antworten geben, verbirgt

Kinder-Nachricht auf der Kultur („Können Farben klingen?“, S. 23): Die Idee ist gut, aber die Umsetzung holprig: Einstieg klingt gestelzt, nicht sofort als Nachricht für Kinder zu erkennen. Kinder wissen wohl eher nicht, was ein Stilleben ist

Kultur-Aufsetzer („Wenig Quantität mit viel Inhalt“, Seite 23): Es kommt keine Stimmung rüber
Ungeklärt: Was macht die Spielzeit der Kammermusikalischen Vereinigung Trier so erfolgreich?

Aufmacher auf der Welt-Seite zu Winnenden („Winnenden schaut zurück – und nach vorn“, Seite 31)
Leider steht nur in der Unterzeile, dass bei dem Amoklauf 15 Menschen gestorben sind. Im Text selbst wird die Tat und ihre Ausmaße aber nicht mehr aufgegriffen.

Aufmacher Fish&Chips („Das Traumpaar der Fritteusen“, Seite 32): Wirkt als Aufmacher etwas überdimensioniert für dieses Thema

Saarburg: Leider fehlen im Aufmacher („Großer Kessel versorgt komplettes Baugebiet“, Seite 7) Angaben  zu den Kosten für potentielle Nutzer des Nahwärmenetzes. Im Vorspann steht nur, dass es preiswert für die Bauherren sein soll.

Videos:

Zur Paulinstraße: Gute Einstellungen und viele O-Töne, von Passanten und Geschäfts-Inhabern. Allerdings wirkt das Video mit drei Minuten etwas zu lang.

Tierschutzverein Lorich: ordentlich

Eifelliteraturfestival in Wittlich: Leider einige sehr dunkle Präsentationsbilder und ein sehr lauter O-Ton am Schluss

Weitere Anmerkungen:

Damian Schwickerath: Der Artikel und Kommentar auf der Seite 2 zu den Hochschulreformen sind verzichtbar, da viele Leser aussteigen, weil sie die Begriff Bologna, Bachelor und Master nicht kennen und das auch nicht erklärt wird.

Rainer Neubert: Der Beitrag auf der Region-Seite gefällt mir nicht. Es wird nicht erklärt, was die Eckpunkte des Konzepts sind und warum die Diskussion zwischen den Kommunen so schwierig ist: Unter-, und Mittelzentren müssen die Dominanz Triers als Oberzentren anerkennen und sich bei Ansiedlungen entsprechend zurückhalten.

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